Zinn ist ein wesentlicher Rohstoff für die am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. erstmals in Europa aufkommende Zinnbronze. Für die vorgeschichtliche Versorgung Europas mit Zinn spielen vor allem die großen Zinnvorkommen in Cornwall und Devon, in der Bretagne, in Nordwest-Iberien sowie im sächsisch-böhmischen Erzgebirge eine große Rolle. Im Rahmen der sächsisch-böhmischen Forschungsprojekte ArchaeoMontan und ArchaeoTin gelang vor wenigen Jahren der sichere Nachweis für prähistorischen Zinnbergbau im Erzgebirge. Die Ergebnisse zeigen, dass der Abbau bereits in der frühen Bronzezeit und bis in die Hallstattzeit stattgefunden und auf die Entwicklung der bronzezeitlichen Aunjetitzer und Lausitzer Kultur einen nachhaltigen Einfluss ausgeübt hat, der perspektivisch auch in einem größeren überregionalen geostrategischen Kontext zu betrachten ist.
09.03.2027
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Lingnerplatz 1, DHMD, Hörsaal