Innovation und soziale Verantwortung
Einige Historiker geben als Beginn der industriellen Revolution in Deutschland 1815 an, also das Ende der Befreiungskriege, manche das von Napoleon herbeigeführte Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, also 1806. Man teilt diese Revolution auch in mehrere Phasen ein. Die erste ist durch den Eisenbahnbau charakterisiert (Symbol der industriellen Revolution: Dampfmaschine, Folge: Kohle und Eisen führen zur Entwicklung der Schwerindustrie, Folge: Entwicklung von Verkehrswegen und Verkehrsmitteln).
Die zweite Phase der Industrialisierung in Deutschland betrifft die Gründerjahre, die 1871 beginnen. Der wirtschaftliche Aufschwung wurde durch die schrittweise nationale Einigung begünstigt, 1834 Zollverein, 1866 Norddeutscher Bund, 1871 Reichseinigung. Für diese Phase war eine regionale Industrialisierung charakteristisch. Sachsen bildete einen solchen Kern. Chemnitz wurde das sächsische Manchester genannt (Werkzeugmaschinenbau, Textilmaschinenbau, Fahrradbau, Fahrzeugbau).
Auch in Deutschland entwickelten sich im Zuge der Industrialisierung in den großen Städten Elendsviertel des Arbeitermilieus, s. Illustrationen von Zille. Aber es gab auch in nicht unbedeutendem Ausmaß entgegengesetzte Entwicklungen, die durch eine Vereinbarkeit von Innovation und sozialer Verantwortung gekennzeichnet waren. Diese Entwicklung soll am Beispiel der Unternehmerpersönlichkeiten Werner Siemens, Carl Zeiss und Ernst Abbe, Robert Bosch und Karl Schmidt skizziert werden, indem ihre Biografie, dann ihre Tätigkeit als Unternehmer und schließlich ihr soziales und reformerisches Engagement für die eigenen Mitarbeiter kurz vorgestellt werden.
26.02.2027
14:00 - 15:30 Uhr
Friedrich-List-Platz 1, HTW Dresden, Hörsaal Z312