Im 19. Jahrhundert prägte der deutsche Geograf Ferdinand von Richthofen den Begriff der Seidenstraßen für den Austausch zwischen dem China der Han-Dynastie (206 v.u.Z. bis 220 n. u. Z.) und der Außenwelt. Heute sind die neuen Seidenstraßen Ausdruck des enormen wirtschaftlichen Aufbruchs Chinas, der mit deutlichem Machtanspruch verbunden ist. Seit der chinesische Staatspräsident Xi Jinping das System der alten Seidenstraßen als Vorbild für die Zukunftsperspektive des Landes proklamiert hat, wurden fast eine Billion US-Dollar für Infrastrukturinvestitionen zugesagt. Das Ziel ist ein Netzwerk aus Eisenbahnstrecken, Autobahnen, Tiefseehäfen und Flughäfen zu schaffen, das immer schnellere und sichere Handelsverbindungen ermöglicht. Jetzt werden die neuen Seidenstraßen Belt and Road Initiative genannt, abgekürzt BRI. Die neuen Seidenstraßen erstrecken sich über das Gebiet der alten, also Asien, Afrika und Europa. Sie werden aber bei Bedarf bis nach Lateinamerika ausgedehnt. Manche vergleichen das Projekt mit dem Marshallplan nach dem 2. Weltkrieg. Der Ausbau der Bahnverbindung von Chongqing nach Duisburg gehört dazu.
11.12.2026
14:00 - 15:30 Uhr
Friedrich-List-Platz 1, HTW Dresden, Hörsaal Z312